Siegfried Niemeyer

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Zwerggarnelen und andere Wirbellose aus Siegfried`s Hobbyzucht. Die Zwerggarnelen und ihre Vermehrung, Vergesellschaftung von Zwerggarnelen, Futtertips für Zwerggarnelen, Algenbekämpfung mit Zwerggarnelen, Crystal Red, Red Fire Zwerggarnele, Bienengarnele, Hummelgarnele, Tigergarnele, Algengarnele, Tüpfelgarnele und, und, und. Alles über Haltung und Zucht im Garnelenaquarium.

Wasserwechsel, wie viel und wie oft ?


Immer wieder wird mir die Frage gestellt wie oft und wieviel Wasserwechsel muß ich machen?
Eine Frage die mit einem einzigen Satz gar nicht zu beantworten ist. Dazu hängt es einfach von zu vielen Faktoren ab. Andererseits enstscheidet oft der richtige Wasserwechsel über Erfolg oder Mißerfolg bei der Zucht von Garnelen bzw. Fischen.

Woran liegt das nun?
Ganz einfach. Alle Lebewesen im Aquarium fressen und geben anschließend Kot und Urin ins Wasser wieder ab. Fische geben z. B. am Tag bis zum 7 fachen ihres Körpervolumens an Urin ab. Der Filter holt aber eigentlich nur feste Partikel aus dem Wasser heraus, die sich aber auch irgendwann wieder zersetzen. Urin kann er also schon mal nicht herausfiltern. Der im Aquarium anfallende Kot zerfällt sehr schnell, so daß er vom Filter auch nicht mehr festgehalten werden kann.
Man kann sich also gut vorstellen das jedes Aquarium auf diese Art sehr schnell ein Jauchebecken wird. Diese "Jauche" wiederum ist ein idealer Nährboden für Bakterien, Pilze und Algen.
Gut für das Aquarium sind eigentlich nur die Bakterien die Ammoniak und Nitrit fressen und zu Nitrat umbauen. Alle anderen sind eher schädlich und befallen die Garnelen und Fische. Denen greifen sie die Haut an und das führt zu Sekundärerkrankungen. Schon mancher hat durch plötzlich auftretende Massenentwicklung von Bakterien oder Pilzen seinen gesamten Garnelen/Fischbestand verloren.

Grundsätzlich kann man also sagen das ein Wasserwechsel gar nicht oft genug sein kann. Das deckt sich auch mit dem sicher schon oft gehörten Spruch:
Der beste Filter ist der Wasserwechseleimer des Aquarianers.

Leider ist ein ständiger Wasserwechsel für die meisten von uns entweder nicht möglich oder ganz einfach zu teuer.
Deshalb sollten wir uns einige Überlegungen vor Augen führen und daraus eine praxistaugliche Lösung finden.

Nehmen wir ein Beispiel.
Angenommen wir haben in unserem Aqurium einen Nitratpegel von 70mg/L gemessen. Wir wissen aber das wir nicht mehr als max. 20mg/L haben sollten. Was nutzt es uns dann einen 10% Wasserwechsel zu machen?
Unterstellt man das das Leitungswasser Nitratfrei ist ( Was in den meisten Fällen auch nicht der Fall ist) hätten wir nach dem Wasserwechsel immer noch 63mg/L. Wir brauchen also gar nicht lange überlegen was in diesem Aquarium passiert wenn wir dort jede Woche einen 10% Wasserwechsel machen. Das Wasser wird zwangsläufig immer jauchiger in diesem Fall.
Hätten wir statt dessen gleich einen 75% Wasserwechsel gemacht, dann wären wir wieder im sicheren Bereich weil wir nur noch 15,7mg/L im Becken hätten. Für die jenigen die keine meßtechnische Möglichkeit haben ihr Aquariumwasser auf seine Verschmutzung zu untersuchen, bleibt also nur die Möglichkeit häufiger, großer Wasserwechsel. Ausgehend von einem nicht übertriebenen Besatz liegt man dann bei einem wöchentlichen Wasserwechsel von 50% immer auf der sicheren Seite. Weniger kann auf Dauer dazu führen das sich die Werte nach oben aufschaukeln.

Wesentlich eleganter läßt sich der Wasserwechsel bestimmen wenn man ein Leitwertmeßgerät besitzt.
Die im Wasser sich auflösenden organischen Substanzen führen nämlich zu einem Ansteigen des Leitwertes.
Am einfachsten macht man folgendes:
Nach dem Einrichten des Aquariums oder nach einem 100% Wasserwechsel mißt man den Leitwert. Den so gemessenen Wert schreibe ich auf ein Klebezettelchen das ich einfach seitlich an das Aqaurium klebe. Jetzt wird jede Woche der Leitwert gemessen und so bald der Leitwert um maximal 15% angestiegen ist, wird ein 50% Wasserwechsel gemacht. Zur Kontrolle wird anschließend noch einmal gemessen.
Diese Vorgehensweise hat sich als sehr effizient herausgestellt. Einerseits macht man keine unnötigen Wasserwechsel und andererseits werden die Wasserwechsel früh genug gemacht. Eine einfache in Sekunden zu überprüfende Sache.
Es lohnt sich also einmalig die 30-40 Euro für einen Leitwertmesser auszugeben.

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